Interview mit Trainer Christian Heider vor dem Saisonstart in die Schleswig-Holstein-Liga 2011/2012
I
Frage:
Was
überwiegt für dich so kurz vor Saisonbeginn – Vorfreude auf
die neue Saison oder doch die Nervosität?
Heider: Es überwiegt die Vorfreude – auf die neue Saison und auf die neuen Gegner. Viele Mannschaften haben enorm aufgerüstet, ich hoffe das meine Spieler nicht den Kopf in den Sand stecken, wenn es einmal nicht so läuft.
Frage: Auf was freust du dich in der neuen Klasse am meisten?
Heider:
In der SH-Liga sind wir Nobodys, müssen erst noch beweisen, das
wir
mithalten können. Unsere Gegner können alle Fußball spielen und
ich hoffe das wir viele Zuschauer haben werden. Außerdem bin ich
gespannt
darauf zu sehen, wie sich meine Spieler weiterentwickeln werden.
Das
Potential ist ja vorhanden.
Frage: War die Sommerpause nicht zu kurz? Das letzte Punktspiel fand mit dem Kreisfinale im Integrationscup Mitte Juni statt – Trainingsbeginn war Anfang Juli?
Heider: Wir hätten auch gerne eine längere Pause gehabt. Auf der anderen Seite waren wir alle schon aufgeregt und wollten so schnell wie möglich wieder angreifen. Es ist hart, aber die Spieler freuen sich auf die neuen Aufgaben.
Frage: Die HSV hat in der vergangenen Saison nur vier Spiele verloren. Wie bereitet man eine junge Mannschaft vor, das es vielleicht zu einer langen Negativserie kommen könnte?
Heider: Das ist ein Lernprozess, die Mannschaft lernt auch aus Niederlagen. Rückschläge wird es sicherlich geben, das gehört einfach dazu. Die Spieler müssen lernen sich zu zeigen, Verantwortung übernehmen. Ich habe ja auch einen größeren Kader und kann wenn es nötig wird reagieren.
Frage: Mit geschossenen 103 Toren zeigte die Elf in der abgelaufenen Saison, wo ihre Stärken lagen – mit 45 Gegentoren aber auch wo es nicht so lief.
Heider:
Die Abwehr hat sich in der Rückrunde stabilisiert, hat uns
einige
Spiele gewonnen. Natürlich müssen individuelle Fehler abgestellt
werden. Aber es gilt natürlich auch weiterhin: Die Abwehrarbeit
beginnt schon im Sturm.
Frage: Wie bewertest du die Verstärkungen und wer ist „Sieger“ der Vorbereitung?
Heider: Alle machen sich gut und haben natürlich die Chance zu spielen. Der Kader insgesamt hat in der Vorbereitung gut mitgezogen, da bin ich zufrieden.
Frage: Wie sieht das Spielsystem aus?
Heider: Wir müssen uns natürlich auch am Gegner orientieren, aber es hängt auch von den Trainingsleistungen ab. Wir werden 4-4-2 oder 4-2-3-1 spielen.
Frage: Das Durchschnittsalter der HSV ist sehr jung. Fehlt für die SH-Liga nicht die Erfahrung, oder ist die Unbekümmertheit eher ein Vorteil?
Heider: Ich sage mal beides. Die „älteren“ Spieler wie Rettkowski, Steglich, Alioua aber auch Spieler wie Jannik müssen eben Verantwortung übernehmen. Die Last muss sich natürlich auf mehrere Schultern verteilen.
Frage: Die Torwart-Frage ist in den Augen der Fans spannend. Fünf Torleute sind im Kader, wer macht das Rennen?
Heider: Das ist noch nicht entschieden, die weiteren Tests werden Klarheit bringen. Aktuell haben wir nur noch drei Torhüter im Kader. Momme Reinhold wechselt zum SZ Arlewatt, da er aus privaten Gründen kürzer treten möchte. Spielhagen hat bisher nicht trainiert.
Frage: Der Kader ist mit 25 Spielern ziemlich groß. Wird es nicht zu vielen Härtefällen kommen?
Heider: Damit rechne ich eigentlich nicht. Bei den Torhütern hat sich etwas getan, Bastian Ketelsen will kürzer treten. Martinen und Siegfried gehen ins Ausland, dann werden noch Verletzungen und Sperren dazu kommen. Der Kader ist in meinen Augen angemessen.
Frage: Motivation oder Tiefschlag – wie bewertest du das Highlight der Vorbereitung mit dem Spiel um den Landespokal gegen den VfB Lübeck?
Heider: Das Ergebnis (2:11) war schon ein Tiefschlag, ich hoffe das unser Selbstbewusstsein dadurch nicht angeknackst ist. Mir hat besonders die letzte halbe Stunde überhaupt nicht gefallen. Aber wir stehen wieder auf.
Frage: Wer sind für dich die Favoriten auf den Meistertitel?
Heider: Es wird eine Zweiklassengesellschaft geben, neun Mannschaften spielen um die Meisterschaft, der Rest gegen den Abstieg. Mannschaften wie Neumünster, Weiche, Hostein, Sylt und Eichede erwarte ich oben. Wir spielen mit den anderen Aufsteigern und vielleicht Eider, Heide und Heikendorf gegen den Abstieg.
Frage: Wie sind die eigenen Ambitionen?
Heider: Wie schon gesagt, wir wollen nicht absteigen. Aber mir ist noch etwas wichtig, nämlich die Weiterentwicklung der jungen Spieler. Und da haben wir ja einige.
Frage: Wie bewertest du das Auftaktprogramm?
Heider:
Das wird hart, es sind ja fast alles Mannschaften die ich im
oberen Tabellendrittel erwarte. Ich hoffe, wir sind dem schon
gewachsen. Meine jungen Spieler müssen eben schnell dazu lernen
und
an sich glauben. Unsere Ziele können wir nur gemeinsam
erreichen.
Hl 01.08.2011
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