Halbfinale im Kreispokal: Favoriten siegen mit Mühe

Enge/Hattstedt. Die Favoriten stehen im Finale des Fußball-Kreispokals, taten sich aber schwer: Verbandsliga-Meister Husumer SV gewann 3:2 bei Verbandsliga-Abstieger SG Langenhorn-Enge, das „letzte Aufgebot“ des SH-Ligisten FC Sylt setzte sich 5:3 beim Kreisligisten TSV Hattstedt durch. Das Finale steigt am 11. Juni (Pfingstmontag) um 15 Uhr im Husumer Friesenstadion.

Husum gewann 3:2 (0:0), doch Trainer Christian Heider hörte sich an, als ob er gerade verloren hätte: „„Katastrophal, das war gar nichts! Wir sind im Finale – alles andere schnell abhaken. Die SG ist gut in die Zweikämpfe gegangen und hat sich gewehrt.“ Wesentlich zufriedener war Dirk Enseleit. „Wir haben aus unseren Möglichkeiten das Beste gemacht und gezeigt, dass das 2:8 gegen Grundhof am Sonntag eine Ausnahme war“, freute sich der SG-Trainer.

Die SG verteidigte engagiert, Husum spielte zu langsam und ohne Präzision im Kurzpassspiel. Mehrfach hatten die Gastgeber bei Kontern die Chance zur Führung. Nach der Pause zeigten sich die Gäste engagierter. Salam Halawani traf nach Zuspiel von Jonas Heider aus kurzer Distanz zum 0:1 (47.), Jannik Heider erhöhte auf 0:2 (54.). Aber schon im Gegenzug köpfte Steffen Petersen einen Freistoß von Lutz Christiansen zum 1:2 (55.) ein. Sebastian Kiesbye traf zum 1:3 (61.), dann ließ Husum die Zügel wieder schleifen. Das 2:3 (81.) von Steffen Petersen machte noch einmal Kräfte frei bei den Platzherren, aber es reichte nicht zum Ausgleich.

„Ich bin begeistert von der Mannschaft“, lobte Thorsten Schulze, Vorsitzender des TSV Hattstedt. „Katastrophal“, befand Manfred Block, Ligaobmann des FC Sylt. Vor knapp 300 Zuschauern entwickelte sich ein packendes Pokalspiel, in dem Stadionsprecher Günter-Peter Ploog acht Tore zu vermelden hatte. Der SH-Ligist war nur mit zwölf Spielern (Block: „Mittags waren es erst neun“), darunter drei Torhütern, angereist und spielte nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Nico Schrum Mitte der ersten Halbzeit in Unterzahl. Die Gastgeber gingen hochmotiviert in die Partie, gerieten aber früh in Rückstand – der angeschlagene Torjäger Dmitrijus Guscinas nutzte einen Abwehrfehler (3.). Hattstedt spielte weiter gut mit, musste aber das 0:2 hinnehmen (25.): Timo Mäkelmann hatte einen Konter sicher abgeschlossen. „Da haben wir gedacht, wir könnten das Spiel kontrollieren“, sagte Block.
Irrtum. Stefan Nommensen verkürzte nach Taleski-Fehler auf 1:2 (29.), und Gerrit Müller hatte sogar die große Chance zum Ausgleich (32.). Noch vor der Pause gelang Sebastian Sältz jedoch das 1:3 (38.). Hattstedt war über weite Strecken ebenbürtig, Stefan Nommensen schloss eine starke Einzelleistung mit dem 2:3 ab (65.). Von den Zuschauern angetrieben, warf der TSV alles nach vorne. Sylt (Block: „Wir waren nicht in der Lage, eine Schippe draufzulegen – wir hatten keine Schippe mit“) hielt jedoch dagegen. Mäkelmann markierte das 2:4 (71.). Als David Lies verkürzte (82.), wurde es noch einmal spannend, doch Gerrit Müller vergab die Chance zum Ausgleich (85.) und auch Fin Thomsen traf nicht (87.). So sorgte Guscinas per Strafstoß mit dem 3:5 für die Entscheidung (90.).

Quelle: Husumer Nachrichten


Grandioser Pokalkampf in Husum
Kreispokalfinale: Gastgeber retten sich gegen FC Sylt in die Verlängerung und gewinnen noch 5:3
Koppelts Ärger über Schiedsrichter Wallmeier

Husum. Der Fußball-Kreispokalsieger 2011 heißt Husumer SV. Eine Woche nach dem Gewinn der Verbandsliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die SH-Liga setzten die Stormstädter das auf eine große Saison. In einem grandiosen Pokalkampf vor 400 Zuschauern auf dem B-Platz des Friesenstadions rettete sich die Truppe von Christian Heider durch das Last-Minute-Tor von Sebastian Steglich zum 3:3 (89.) gegen den FC Sylt in die Verlängerung und schlug den Dritten der SH-Liga am Ende mit 5:3 (3:3, 2:1).

Die Partie bot alles, was guten Fußball ausmacht: Tempo, Tore und Kampf – manchmal jenseits des Erlaubten, was zu zwei Platzverweisen für die Gäste führte: Rote Karte (52.) für Timo Mäkelmann wegen eines angeblichen Ellbogenschlags gegen David Strüning und Gelb-rot (110.) für Timo Bruns. Das gab für FC-Trainer Volker Koppelt den Ausschlag. „Der Schiedsrichter war nicht auf unserer Seite. Von einem Lehrwart erwarte ich eine bessere Leistung“, kritisierte Koppelt. Aber der Sylter Coach machte die Niederlage nicht nur an den Pfiffen von Gunnar Wallmeier fest. „Wir haben den Sieg verschenkt. Dimitrijus Guscinas hätte in der 2. Minute das 1:0 machen müssen. Wir hätten 2:0 führen können, liegen aber nach einem Elfmeter 0:1 zurück. In der Verlängerung hat Husum verdient gewonnen. Wir hatten keine Kondition, denn wir trainieren seit Februar nicht mehr“, resümierte Koppelt. Die Rote Karte für Mäkelmann sah er als Fehlentscheidung: „Die hat die Husumer Bank hineingeschrien.“

Für Christian Heider war der Sieg einfach nur schön: „Wir haben gegen eine der besten Mannschaften aus Schleswig-Holstein gespielt. Das Spiel hätte auch 10:9 ausgehen können. Nach dem 2:3 hatte ich nicht mehr an uns geglaubt, aber die Mannschaft hat Moral bewiesen und kam zurück. Das war ein klasse Spiel.“

Der FC Sylt war mit nur zwölf Spielern angetreten, davon zwei Torhüter, aber es war die wohl beste FC-Mannschaft seit Wochen. Torjäger Guscinas (2.) scheiterte aus kurzer Distanz freistehend an Ersatzkeeper Christopher Spielhagen. Husums dritter Torhüter erwies sich in der Anfangsphase als unüberwindlich. Einen Schuss von Hannes Schäfke (3.) lenkte Spielhagen über die Latte. Umso überraschender die Führung für Husum: Nach einem Foul von Mathias Hummel an Jonas Heider zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt. Sebastian Steglich verlud Maik Wilde zum 1:0 (7.).

Sylt drängte weiter. Husum hatte gegen die individuell starken Gäste Probleme in der Abwehr, konterte aber gut. Marcel Cornils (10.) scheiterte an Wilde (10.) und traf nach gutem Zuspiel von Salam Halawani (22.) nur den Pfosten. Jetzt spielten beide auf Augenhöhe. Sylt setzte im Angriff mit hohen Bällen auf Kopfballstärke, Husum auf Tempo und Spiel über die Außen. Nach einem zu kurz abgewehrten Freistoß von Steglich kam der Ball zu Cornils, der Wilde umlief und aus spitzem Winkel zum 2:0 (37.) einschob.

Das saß! Jetzt antwortete der Favorit. Nach gutem Laufduell bediente Schäfke Mahnke in der Mitte, der trocken zum 2:1 (42.) einköpfte. Einen weiteren Kopfball setzte Mahnke an die Latte (45.). Sekunden vor der Pause verletzte sich Cornils und musste mit bandagiertem Knie in die Kabine getragen werden.

Zum Wiederanpfiff musste auch Maik Wilde verletzt passen, Fynn Berndt kam ins FC-Tor. Dann wurde es hektisch. Schiedsrichter und Husumer Bank hatten einen Ellbogencheck von Timo Mäkelmann gegen David Strüning gesehen, es kam es zur Rudelbildung. Wallmeier schickte Mäkelmann vom Feld (52.). Aber auch in Unterzahl machte Sylt das Spiel, gewann fast jeden Zweikampf. Nach einer Ecke von Nico Schrum traf Mahnke per Kopfball zum 2:2 (62.). Einen weiteren Mahnke-Kopfball (64.) lenkte Spielhagen an die Latte. Bei Husumer Kontern scheiterten Strüning (83.) und Jannik Heider (84.) knapp. Sylt machte es besser: Nach einer Ecke von Schrum köpfte Martin Weiss zum 2:3 (85.). Erste Zuschauer verließen das Friesenstadion – zu früh. Husum warf alles nach vorn, und Steglich traf aus zwölf Metern zum 3:3 (89.).

In der Verlängerung machten sich Personalnot und Trainingsrückstand bemerkbar, was Sylt zuvor mehr als kompensieren konnte. Steglich passte auf den freistehenden Sebastian Kiesbye, der aus 14 Metern am herauseilenden Berndt vorbei zum 4:3 (100.) traf. Im Gegenzug parierte der HSV-Torhüter einen Schuss von Weiss. Dann gerieten Sascha Retkowski und Timo Bruns aneinander, beide sahen Gelb. Da es für Bruns die zweite Verwarnung war, folgte Rot (110.) auf dem Fuße. Gegen nur neun Spieler hatte Husum leichtes Spiel. Nach zunächst guter Fußabwehr von Berndt traf Strüning zum 5:3 (112.).

„Das war ein toller Pokalfight. Ich gratuliere Husum zu Meisterschaft, Aufstieg und Pokal und dem FC Sylt zu einer tollen Saison. Ich hoffe, dass beide sich solche Duelle auch in der Schleswig-Holstein Liga liefern werden“, sagte der KFV-Vorsitzender Hans-Jürgen Fröhlich.
Wolfgang Pustal

Husumer SV: Spielhagen – Schröder, Schulte (72. Ketelsen), Rettkowski, Jannik Heider – Kiesbye, Steglich, Siegfried, Halawani – Cornils (46. Strüning), Jonas Heider (65. Raddalski).
FC Sylt: Wilde (46. Berndt) – Lund, Hummel, Schäfke, Mäkelmann – Schrum, Bruns, Weiss, Weidlich – Guscinas, Mahnke.
Schiedsrichter: Wallmeier (Hattstedt).
Zuschauer: knapp 400.
Tore: 1:0 (7., 11m) Sebastian Steglich, 2:0 (37.) Marcel Cornils, 2:1 (42.) Sebastian Mahnke, 2:2 (62.) Mahnke, 2:3 (85.) Martin Weiss, 3:3 (89.) Steglich, 4:3 (100.) Sebastian Kiesbye, 5:3 (112.) David Strüning. - Beste Spieler: Christopher Spielhagen, Sebastian Steglich, Marcel Cornils. – Sebastian Mahnke, Kevin Okyere Weidlich, Nico Schrum.

Husumer Nachrichten 14.06.2011
 

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